Datamining – Kooperation von Schufa und Hasso Plattner Institut

Nachdem der NDR als Erster die Zusammenarbeit zwischen Schufa und Hasso Plattner Institut meldete, brach in den deutschen Medien eine Welle der Empörung los. Der Grundtenor war: Wie können die das machen?! Schnüffellei! Nicht erlaubt! Böse! Die Empörung kannte keine Grenzen. Und natürlich wurde wieder der Terminus der Datenschnüffellei bemüht. Nur wenige Kommentare bemühten sich um eine sachliche Darstellung. Diese lautet letztendlich, dass die frei zugänglichen Daten eben von allen gesehen und genutzt werden können.  Und damit ist die Geschichte auch schon am Ende. Wer öffentlich in die (Netz-) Welt hinaus schreit was er gerade tut, gut findet oder kauft, der muss damit rechnen das es andere bemerken. Im Falle des Internets werden die Äußerungen nun auch noch archiviert. Bei Facebook für immer (?), bei Twitter nur für eine bestimmte Zeit.

Was ist neu und was ist evil?

Was sorgt nun für den großen Aufreger? Das eine Auskunftei öffentlich zugängliche Daten nutzt? Das sie diese mit ihren eigenen vergleicht und Schlüsse zieht? Ich weiß es nicht. Wer die Meldung als erstes verbreitet, der hat natürlich auch eine Art Deutungshoheit über die Information. Ohne die Originalmeldung vom NDR zu kennen, vermute ich, dass der NDR dieser eine negative Interpretation mitgegeben hat. Danach rollte die Meldung über die Ticker und die Mehrheit der Journalisten wollten mit einem Aufreger Quote machen – das unterstelle ich mal. Heute, nach einem Tag gab das Hasso Plattner Institut die Einstellung des Projekts bekannt. Grund: „So könne das Projekt nicht „unbelastet“ und „mit der nötigen Ruhe“ durchgeführt werden (Quelle: Spiegel Online)“.

Chance zur Aufklärung vertan

Was bleibt? Auf Druck der Medien wurde ein Forschungsprojekt eingestellt – ohne sachliche Grundlage – also sozusagen niedergebrüllt. Ein Sieg der Dummheit. Nach dem das Projekt in den Fokus der Öffentlichkeit geraten ist, hätte man es medial begleiten können, endlich mal die so oft geforderte Transparenz ausüben können, indem man den Leuten auf die Finger schaut und nach Ergebnissen fragt. Der abstrakte und negativ besetzte Begriff Datenschnüffellei hätte mal mit Fakten gefüllt werden können. Wer findet denn eigentlich was über wen? Lassen sich da wirklich neue Erkenntnisse gewinnen oder werden da nur Belanglosigkeiten kultiviert und potenziert? Möglicherweise würden die Nutzer der Internetdienste besser überlegen welche Daten sie preisgeben (Diebe planen Einbrüche mit Facebook und Foursquare)?
Hätte alles sein können. Statt dessen werden die Firmen und Universitäten in Zukunft sehr viel vorsichtiger sein, wenn sie solche Projekte durchführen. Also auf Deutsch: Sie werden es geheim halten. Dafür danke liebe Journalisten und Redakteure! Danke dafür, dass ihr weiter für „Todesfalle Facebook“ sorgt (Der Dank geht an viele Journalisten, aber ausdrücklich nicht alle.)

Zum Abschluss ein paar Links:

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